Prinzipien des Gender Mainstreaming und Diversity
Gender Mainstreaming (GM) ist eine Strategie zur Herstellung von mehr Chancengleichheit
zwischen Frauen und Männer. Die Europäische Union hat im Amsterdamer
Vertrag (1999) GM zur verbindlichen Strategie für Chancengleichheit
für alle Mitgliedsländer erhoben, um die bisherigen Defizite in der
Umsetzung von Chancengleichheit und Frauenförderung zu beseitigen. Gleichbehandlung
und Anti-Diskriminierung sind ebenfalls verbindliche Ziele der EU.
Die Strategie des Diversity und neuerdings die Umsetzung der europäischen
Antidiskriminierungsrichtlinie in nationales Recht (im August 2006 wurde das "Allgemeine
Gleichbehandlungsgesetzt (AGG)" verabschiedet) fördern Gleichbehandlung
und fairen Umgang mit Menschen unterschiedlichen Geschlechts und Alters, kultureller
Herkunft, sexueller Orientierung und Religion.
Prinzipien von Gender Mainstreaming und Diversity:
- Beide Geschlechter: Gender Mainstreaming und Gender Diversity sprechen beide Geschlechter, Frauen und Männer mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund, ältere und junge Beschäftigte an. Je nach Handlungsbedarf in der Organisation oder einer Verwaltung und eines Unternehmens werden Lösungswege und Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Frauen und/oder Männer, von Menschen mit Migrationshintergrund und älteren Mitarbeiter/innen entwickelt.
- Top-down-Prozess: Chancengleichheit und Gleichbehandlung ermöglichen ein faires miteinander Arbeiten. Hierzu bedarf es einen Veränderungsprozess in der Organisation und dem Unternehmen, der als Top-down Prozess gesteuert wird; d.h. Führungskräfte erklären ihre Bereitschaft, Verantwortung für die Umsetzung einer Organisations- bzw. Unternehmenskultur zu übernehmen, die von gleichen Chancen, Respekt und Offenheit geprägt ist.
- Optimierung: Bei der Umsetzung von GM und Gender Diversity kann eine Organisation oder Verwaltung einen Veränderungsprozess nach innen einleiten (z.B. Leitbild; Personalentwicklung; Verbesserung der Produkte) und im Verhältnis zu ihren Kunden oder Bürger/innen (Anpassung der Dienstleistungen an Bürger/innenbedürfnisse).
- Vielfalt ermöglichen: Gender Diversity ermöglicht, die eigene
Geschlechterrolle und kulturelle Sichtweise kritisch zu reflektieren
mit dem Ziel, für
Stereotype im Geschlechterverhältnis und kulturelle Vielfalt zu
sensibilisieren sowie das eigene Verhaltensrepertoire zu erweitern.

