Evaluationsprojekt: "NeW Netzwerk Wiedereinstieg"
Das Netzwerk NeW ist ein Verbundprojekt von 7 Trägern aus der Rhein-Main Region und Gießen. Im Zentrum steht die Kompetenzvermittlung und individuelle Stärkung von Frauen, die nach einer längeren Familienphase oder Pflegezeit wieder ins Berufsleben einsteigen wollen. Dörthe Jung Unternehmensberatung führt im Auftrage des Hessischen Sozialministeriums die Evaluation des Projekts durch. Zeitraum der Evaluation: Juni 2010 – Februar 2013.
Aktuelle Evaluationsergebnisse
Seit Evaluationsbeginn werden die Teilnehmerinnen-Profile der über einen längeren Zeitraum an den Beratungen und Maßnahmen teilnehmenden Wiedereinsteigerinnen kontinuierlich erhoben. Das Netzwerk erreicht nach den aktuellen Daten ein breites Spektrum an Frauen, die nach der Eltern- oder längeren Familienzeit wieder in den Beruf zurückkehren wollen. Dabei sind die Frauen zu großen Anteilen hoch qualifiziert. Die Hälfte hat eine akademische Ausbildung und hatte vor der Elternzeit schon einen erfolgreichen Karriereverlauf. Diese Teilnehmerinnen unterbrechen Ihre Berufstätigkeit nur für einen kürzeren Zeitraum. Über drei Viertel der Wiedereinsteigerinnen wiederum hat eine gute Berufsausbildung - häufig in einem der klassischen Frauenberufe. Eine Mehrheit dieser Frauen hat sich für eine längere Familienphase entschieden und versucht nach 10 bis 20 Jahren einen beruflichen Neueinstieg.
Das Netzwerk spricht mit seinem breiten Spektrum an Beratungs- und Qualifizierungsmaßnahmen vergleichsweise viele Frauen aus der sogenannten "stillen Reserve" an.
» Download: Aktuelle Ergebnisse zum Erwerbsverlauf und Wiedereinstieg der Projektkundinnen"
Hoch qualifizierte Frauen haben Probleme, wenn sie die Arbeitszeit beim Wiedereinstieg reduzieren wollen!
Ein Ergebnis der qualitativen Interviews mit Teilnehmerinnen des Netzwerks weist darauf hin, dass insbesondere qualifizierten Frauen mit einer Reihe Hindernissen bei der Berufsrückkehr kämpfen müssen, weil sie in der ersten Zeit ihres Wiedereinstiegs nicht gleich Vollzeit arbeiten wollen.
Demgegenüber stehen Teilzeitarbeitsplätze in den typischen Frauenberufen zur Verfügung, so dass Frauen mit diesen Berufsqualifikationen ihren Wiedereinstieg häufig problemloser bewerkstelligen.
» Download: Bericht „Vielfalt im beruflichen Wiedereinstieg“ zu den Ergebnissen der Interviews
» Download: Zusammenfassung zu positiven und negativen Faktoren im Wiedereinstieg
Gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen beeinflussen die Chancen der Frauen zum beruflichen Wiedereinstieg entscheidend!
Im November 2011 hat das Netzwerk eine "Werkstatt Wiedereinstieg" für teilnehmende und interessierte Frauen durchgeführt. Dörthe Jung hat aus Sicht der Evaluation einen einführenden Input gehalten, der sich mit den unterschiedlichen Rahmendbedingungen auseinandergesetzt hat, die die Chancen und Probleme im beruflichen Wiedereinstieg entscheidend beeinflussen.
Deutlich wurde, dass in den nordeuropäischen Länder aufgrund einer gleichberechtigten Steuergesetzgebung, besseren Betreuungsangeboten sowie gelebten Rollenmodellen, die die Erwerbstätigkeit von Müttern nicht diskriminieren, Wiedereinstiegsprobleme von Frauen so gut wie unbekannt sind.
» Download: "Berufsrückkehr im Fokus von unterschiedlichen Forschungsergebnissen und Politikansätzen",
Vortrag von Dörthe Jung am 11.11.2011
Evaluationsdesign
Bei der von uns durchgeführten Evaluation des NeW Netzwerk Wiedereinstieg handelt es sich um eine summative Evaluation mit Elementen der formativen (Output- und prozessorientierten Evaluation). Neben der Identifizierung der Potenziale und Ressourcen der Teilnehmerinnen werden die Profile der Zielgruppe im Kontext der wirtschaftlichen Potenziale der Region sowie der bestehenden Förderstruktur der Bundesagentur für Arbeit analysiert. Zum Einsatz kommen quantitative und qualitative Erhebungsinstrumente sowie Recherchen und Sekundäranalysen. Die Zielsetzungen der Evaluation sind die Identifikation "Guter Praxis" für den beruflichen Wiedereinstieg und Empfehlungen zur Verbesserung der Förderung dieser Zielgruppe angesichts des demografischen Wandels und des prognostizierten Fach- und Führungskräftemangels.
Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Hessischen Sozialministeriums und der Europäischen Union / Europäischer Sozialfonds



» Homepage des Projekts: www.new-hessen.de
» Informationen zum bundesweiten Aktionsprogramm "Perspektive
Wiedereinstieg"

